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Schneckenterrarium

Material

  • 1 Terrarium
  • Kies
  • Erde (keine gedüngte Blumenerde
    aus dem Sack!)
  • Wurzelstücke, Äste etc.
  • 1 kalkhaltigen Stein
  • 1 feines Netz (oder eine Gardine)
  • mindestens 2 Weinberg- oder
    Achatschnecken

 

Durchführung "Weinbergschneckenterrarium"

5 cm Kies ins Terrarium füllen (entzieht dem Terrarium überflüssiges Wasser). Auf die Kiesschicht eine Schicht lockere, kalkhaltige Erde geben (für Weinbergschnecken mindestens 8-10 cm, damit die Tiere Löcher graben und ihre Eier ablegen können). In der obersten Schicht soll möglichst die natürliche Umgebung der Schnecken nachgebildet werden: Wurzelstücke, Äste etc. sollten Unterschlupf bieten. Man kann das Terrarium auch bepflanzen (z.B. mit Moos oder Efeu - Letzterer wird aufgrund der Giftigkeit nicht weg gefressen). Auf jeden Fall gehört ein kalkhaltiger Stein (auch Eierschalen, oder Sepia-Schulp) ins Terrarium, da die Tiere den Kalk brauchen, um ihr Gehäuse aufzubauen.
Zum Schluss ein feines Netz (oder eine alte Gardine) über das Terrarium spannen, damit die Tiere ausreichend Luft bekommen und Schimmelbildung vermieden wird und das Terrarium an einen schattigen Platz stellen.
Zum Füttern eignen sich frische Blätter (Salat, Kohl, Löwenzahn, Brennnessel, Schafgarbe), angeschnittene Früchte, Gurken, Kartoffeln oder Kürbis (keine gekochten Lebensmittel oder Essensreste!). Außerdem müssen die Schnecken (Feuchtlufttiere) täglich mit etwas Wasser besprüht und das Terrarium regelmäßig von Kot und Futterresten gesäubert werden. Besonders geeignet, um Weinbergschnecken im Terrarium zu halten, sind die Monate April bis September. In dieser Zeit können sie und auch etwaige dazugekommene Jungtiere jeder-zeit wieder freigelassen werden. Länger als zwei bis drei Monate sollte man die Tiere nicht im Terrarium halten, weil sie sonst, wie alle Tiere in Gefangenschaft, unselbstständig werden.

Erklärung

Die Kinder können die Entwicklung, den Lebenszyklus etc. von Schnecken (oder auch von anderen Tierarten) beobachten und miterleben und lernen darüber hinaus, ein Tier richtig zu pflegen und Verantwortung zu übernehmen.

Methodische Hinweise

  • Anhand von Schneckenbildern zum Ausmalen lässt sich gut die Anatomie der Schnecke beschreiben (Augenfühler, Tastfühler, Mund, Kriechsohle etc.). Die meisten Schnecken sind Zwitter, das heißt sie besitzen sowohl männliche als auch weibliche Geschlechtsorgane. Jede Schnecke kann Eier legen, sie braucht dafür nur ein Samenpaket von einer anderen Schnecke. Sobald sich zwei Schnecken treffen, können sie Samenpakete untereinander austauschen. Da die Samenpakete in die Geschlechtsöffnung am Kopf der Schnecke eingeführt werden müssen, pressen sie dabei ihre Köpfe aneinander.
  • Die Weinbergschnecken können von den Kindern im Rahmen eines Ausflugs eingesammelt werden. Nach Beendigung der Versuche wieder zurückbringen!

Ergänzungsversuch "Achatschneckenterrarium"

Besonders gut geeignet für die Arbeit mit Kindergartenkindern sind afrikanische Riesenschnecken (Achatschnecken, in Tierhandlung kaufen oder in anderen Kindergärten nach Eiern / Jungtieren fragen). Die Kinder können diese sehr großen Schnecken angreifen und über ihren Körper kriechen lassen. Manche Exemplare werden regelrecht zutraulich. Darüber hinaus lässt sich das Fortpflanzungsverhalten und die Entwicklung vom Ei zur adulten Schnecke beobachten. Auch Experimente zur Nahrungssuche und Nahrungsaufnahme, Wahrnehmung und Reaktion auf verschiedene Außenreize oder Fortbewegung der Schnecken sind sehr reizvoll. So kann man z.B. die Schnecken schadlos über eine in einer Styroporplatte steckenden Rasierklinge kriechen lassen oder eine senkrechte Glasplatte hinauf (wodurch die wellenförmige Fortbewegung der Kriechsohle sichtbar wird). Haltungs- und Zuchtbedingungen sind der Literatur zu entnehmen. Zu beachten ist, dass Achatschnecken und deren Eier keinesfalls in der Natur freigelassen werden dürfen. Eier sind durch Tiefgefrieren abzutöten, bevor sie entsorgt werden! Sonst können sie an frostfreien Stellen überwintern und in unserem Ökosystem als sogenannte "Neozooen" nicht abschätzbare Schäden anrichten!

 

Literatur:
Lichtenberger Joachim, Lichtenberger Silke, Paturi Felix, Hattemer Birgit, Kaupp Jeanette, Kaupp Susanne, Strehle Annegret, Trerotola Remo, 2001: Löwenzahn: Kleine und große Tiere, Experimente, Rätsel, Spiel und Spaß. Möllers & Bellinghausen Verlag, München. S.52
http://www.biologiedidaktik.at/Tiere/Achatschnecke.html (Jänner 2016)
www.helix-pomatia.de/terrarium.html (Jänner 2016)